Sweet Dreams

Wie bei meiner bisherigen Updatefrequenz zu erwarten, hat es natürlich länger gedauert als nur einen Tag, bis ich mich mal wieder habe aufraffen können, mein Vorhaben umzusetzen.

Heute:

Sandman

Erschienen bei Vertigo, 10 (Sammel-) Bände, Neil Gaiman (der meiner Ansicht nach einer der größten modernen Autoren überhaupt ist).

Wie man meinem Ausbruch innerhalb der Klammer entnehmen kann, sehe ich den Autor schon als hinreichenden Grund an, alle Sandman Comics zu lesen. Aber es gibt noch mehr Gründe.

In meiner Skala sind beide Punkte erfüllt: Keine Endlosserie. Keine Crossoverscheiße.

Hauptsächlich aber hat Sandman eine bestechende Story, die mit fortschreitender Bandanzahl erwachsener wird und Tie-Ins von so viel mythologischer Fülle, dass mir das Herz schlicht übergehen will.

Andere Gründe, warum man es mögen könnte: Urban Fantasy Thematik, wie auch beispielsweise in Neverwhere

Buy it. Love it. Give it to your children (once they’ve grown up enough).

Peace out. Yo.

Bald: Strangers in Paradise

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Rodeo Radio!

Radio TAWB spielt wieder!

Nach einem Hiatus von gut fünf Monaten gibt es heute mal wieder etwas Neues.

Beziehungweise ein Review von Altem, das nichtsdestotrotz für Leute, die eine ähnliche Gesinnung wie ich haben, interessant sein könnte

Das heutige Thema ist, da ich gerade wieder in so einer Phase bin, Comics!

Und ich rede hier nicht von dem Scheiss, den jeder kennt, wie Superman, Batman, Spiderman und allen möglichen X-Personen, sondern von Kram, der vielleicht ein bisschen obskurer ist, aber meiner Meinung nach (und das ist hier die einzige, die zählt, schließlich schreibe ich das ja) mindestens eine Bazillion mal lesenswerter ist als der immer wieder durchgekaute Superheldenkram, der in ‚zig Crossovers und Alternativweltstories aufgeweicht wird.

Versteht mich nicht falsch, ich mag den durchschnittlichen Superheldencomic durchaus (auch wenn diese Leute ihre Unterwäsche über ihren Klamotten tragen), aber diese Marktdominanz von Marvel und DC ist z.T. arg geduldstrapazierend.

Warum? Weil ich abgeschlossene Geschichten liebe. X-Men und wie sie alle heißen sind per definition nicht abgeschlossen, weil sie seit ewig Gelddruckmaschinen sind. Solche Geschichten kann man nicht endgueltig abschließen.

Das andere Problem ist das Crossoverproblem, das in den 90ern ein Teil des Grundes der Comicindustriekrise war und aus unerfindlichen Gründen gerade wiederholt wird. Wenn ich eine Serie lese, will ich diese Serie lesen und nicht gezwungen sein drei bis vier Bände einer anderen Serie zu kaufen, in der ich dann ein bisschen orientierungslos dastehe, weil ich die Vorgeschichte der anderen Serie nicht kenne.

Für mich also einige Qualitätsmerkmale guter Comics:

1.) Abgeschlossene Geschichte

2.) keine Crossover. Spinoffs sind ok, genau wie Cameo-Auftritte, aber ich hasse Crossover.

Die sind natürlich nicht ausschließlich, aber wenn eines oder beide dieser Merkmale erfüllt sind, ist es ein Band, den ich kaufen würde.

Ich werde also an dieser Stelle ein paar Comics, die mich besonders beeinflusst haben, vorstellen, in mehreren Artikeln. Dabei werde ich mit bekannteren Comics beginnen, um meine Leser (falls ich solche noch haben sollte) nicht durch völlig unzugängliche Empfehlungen vor den Kopf zu stoßen

Also, without further ado, zur heutigen Empfehlung, die auch relativ kurz sein wird, aufgrund der Aktualität der Geschichte.

Watchmen

Ein illustrierter Roman (in Zukunft: Graphic Novel, der deutsche Ausdruck gefällt mir nicht), der vor mittlerweile fast 23 Jahren zum ersten Mal erschienen ist, Autor und Texter der unvergleichliche Alan Moore (der aussieht wie ein psychotischer Weihnachtsmann und ein ähnliches Temperament zu haben scheint), Zeichnungen von Dave Gibbons.

Das Ding ist gerade verfilmt, und auch wenn die Geister sich scheiden, ich bin der Überzeugung, dass die Verfilmung genial gelungen ist, wenn auch abweichend und natürlich verkürzt im Vergleich zum zwölfbändigen Original.

Der Bekanntheitsgrad ist also groß, aber ich musste kürzlich feststellen, dass so gut wie niemand in meinem Bekanntenkreis vorher davon gehört hatte. Ich persönlich kann mich dran erinnern, mit knapp 10 Jahren in Düsseldorf in nem Comicladen vor dem großen smileybewehrten ersten (oder Sammel-, ich kann mich nicht mehr so genau erinnern) Band gestanden habe und verwirrt war, dass es das nur auf englisch gibt. Zum ersten Mal gelesen habe ich den Wälzer dann auch erst 2001 und war sofort begeistert.

Düster, zynisch, genau mein Geschmack.

Zum Inhalt und dergleichen werde ich hier nichts sagen, sollte auf dem obenstehenden Link oder vom Kinofilm her hinreichend bekannt sein.

Gute Nacht und schalten Sie morgen (oder wann immer ich mal wieder Lust habe, meine Ansichten zu Comics auszuschreiben) wieder ein, wenn es heißt: Sandman

The long Silence

Ich schreibe gerade an einem Artikel, der sich sträubt, daher gibt es aktuell wenige Updates.

Soviel kann ich jedoch von mir geben: Heute ist mein Band 6 der Complete Sandman Library, Fables & Reflections angekommen und ich bin, wie üblich gar sehr begeistert. Keine Angst, das wird keine Rezension, das haben vor mir andere schon viel besser getan und auf den abgefahrenen Zug muss ich nicht mehr aufspringen. Jedoch sollte erwähnt sein, dass Neil Gaiman und die verschiedenen Zeichner der „Nine short stories for nine special people, with affection and respect“ sich regelmäßig selbst übertreffen.

Das knackige Vorwort von Gene Wolfe (der sich unter anderem auch für die New Sun Pentalogie verantwortlich zeichnet, welche wiederum jeder Dark Future Rollenspieler oder -interessierte gelesen haben sollte) ist auch sehr lesbar und ich bin rundum begeistert.

Falls das zu subtil war: Geht und lest Sandman. Der beste Comic der westlichen Welt.

Außerdem habe ich festgestellt, dass dieses mein (fast schon Geheimtipp-Status genießendes) Domizil unerwartet von diskordianisch- (oder gar diskordisch-) bergiger Seite aus verlinkt wurde.
Ich kann mir nicht erklären, weshalb, aber, so es denn gewünscht wird, werde ich diesen Gefallen gern erwidern.

Ja! Gut erkannt! Das ist ein ganz und gar dreistes fishing for comments, Fräulein Coyote ;) Und das sogar noch nachdem meine Gier nach Clicks unerwartet befriedigt wurde. Give them your little finger and they’ll take the whole hand, no?

Webcomics

Spiegel Online berichtete vor kurzem (am 13. November) über die neuen Hoffnungsträger im Bereich der Comics. Viele werden allerdings wissen, dass Webcomics an sich schon sehr lange existieren und ich will heute ein paar meiner ständigen Bookmarks vorstellen. Format ist Name / Link, Beschreibung, Begründung und Inhalt, wöchentliche Updates. Die Liste ist in keiner besonderen Reihenfolge aufgestellt.

1.) Sinfest, ein 4-Panel Comicstrip. Auf der Liste aufgrund des Charmes, seltsamer Kommentare des Autors (in jedem Strip oben rechts zu finden) und allgemeinem Humor. Handelt vom Haupthelden ‚Slick‘, der vergeblich versucht, sich in der Welt zurechtzufinden und seine Angebetete ‚Monique‘ herumzukriegen. Die Story ist eher lose, wenn man denn von einer sprechen möchte, aber es finden sich wiederkehrende Themes. Update in der Regel täglich, Sonntags ein großformatiger Farbstrip.

2.) Applegeeks und Applegeeks Lite, 6 Panels farbig, bzw 4 Panels schwarz-weiß. Mac-Humor und abgedrehteres mit loser Storyline. Interessanter Zeichenstil und angewandtes Photoshopping machen den Comic für mich interessant. Handlung dreht sich um das Alter Ego des Autors ‚Hawk‘, ein Applegeek, und dessen Freundeskreis. Eher lose Story. Updates … ungeklärt, aber es gibt einen RSS-Feed und die Updates sind relativ regelmäßig ca. zwei Mal pro Woche.

3.) PVP, ein 4-Panel-Strip mit gelegentlichen Farbseiten. Handelt von der Redaktion des Spiele-Magazins PVP (Player versus Player) und ist ein echter Oldtimer (gestartet im Mai 1998). Auf der Liste wegen Spielebezug und freundlichem Humor. Die Story ist lose, Updates sind täglich.

4.) Penny Arcade, verschiedene Panelanzahlen, bis auf wenige Ausnahmen vollfarbig. Auf der Liste wegen genereller Schräghaltung der Witze und einer eloquenten Kolumne auf der Frontpage, trotz gelegentlicher Arroganzausrutscher und boshaftem Humor. Keine generelle Handlung, es geht um die Hauptfiguren Gabe und Tycho, Gamerhumor. Updates ca. zwei bis drei Mal wöchentlich.

5.) MegaTokyo, großformatiger Strip mit variabler Panelanzahl, schwarz-weiss, Mangastyle. Aus keinem besonderen Grund (mehr) auf der Liste, außer dass die Story irgendwann mal gefesselt hat. Es geht um Piro und Largo, zwei Gamer, die in Tokyo stranden und sich dort zurechtfinden. Durchaus lesenswert, Updates ca. zwei Mal wöchentlich.

6.) Misfile, großformatiger Strip mit variabler Panelanzahl, schwarz-weiss, Mangastyle. (Irgendwoher kenne ich diesen Satz) Auf der Liste wegen interessanter sexueller Anspielungen, ohne jemals tatsächlich darauf einzugehen. Handelt von den beiden Hauptpersonen ‚Ash‘, der sich eines Tages aufgrund einer falsch eingeordneten Akte im Himmel als Mädchen wiederfindet, und ‚Emily‘, die plötzlich aufgrund des gleichen Aktenfehlers ein Jahr jünger ist und nun mit Ash einen Jahrgang teilt. Die beiden lernen den Engel Rumisiel kennen, der für ihre Misere verantwortlich ist. Fortlaufende Story, Updates täglich von Montag bis Freitag.

7.) Ctrl+Alt+Del, farbiger 4-Panel-Strip, Gamerhumor. Auf der Liste wegen dem generellen Unterhaltungsfaktor. Hauptfiguren sind ‚Ethan‘ und ‚Lucas‘, zwei Freunde, die in einer Art Gamer-WG leben. Ohne besondere Story, Updates Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags.

8.) Commissioned farbiger Strip mit variabler Panelanzahl von einem Auftragskünstler und Zeichenlehrer aus Kolumbien namens ‚O‘ (Abkürzung für ‚Obsidian‘). Auf der Liste, weil mir der Zeichenstil gefällt, weil es regelmäßige Videos zu den Zeichnungen gibt und weil der Humor mich anspricht. Keine besondere Story, aber wiederkehrende Themes, Updates täglich.

9.) Irregular Webcomic, weniger ein Comic als eine Collage aus Legofiguren, in vier Panels angeordnet. Macher ist ein Physiker und Rollenspieler aus Australien, auf der Liste wegen schrägem Humor und Charme. Es existieren mehrere Themes mit fortlaufender Story, die zumeist bekannte Themen persiflieren, z.B. Indiana Jones, der zu Montana Jones wird und eine unfähige Version des Originals darstellt. Updates täglich.

10.) Order of the Stick, ein farbiger Strip mit hoher Panelanzahl (meistens zehn und mehr). Auf der Liste wegen Rollenspieler-Insiderwitzen und RPG-Metahumor, sowie distinktivem, aber puritanischem Zeichenstil (Stick Figures). Fortlaufende Story um eine D&D-Abenteurergruppe, die einen Lich aufhalten wollen / sollen. Updates drei Mal wöchentlich

11.) Something Positive, farbiger 4-Panel-Strip um den Theaterdarsteller ‚Davan‘ und seinen Freundeskreis. Auf der Liste wegen zynischem Humor, der exakt meinen Geschmack trifft. Fortlaufende, aber lose Story, Updates nach Aussage der Seite: five days a week, seven days a week, A LOT!

12.) The noob, großformatiger, farbiger Strip mit variabler Panelanzahl, MMORPG Humor, der zum Teil auch für Außenstehende verständlich ist und aus genau diesem Grund auf der Liste. Grauenhafter Zeichenstil, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Story dreht sich um den Charakter ‚Ohforf‘ (Kurz für Oh for fucks sake, mehr hat allerdings nicht in die Namenszeile gepasst) in dem Online-Rollenspiel Clichéquest, das alle Eigenschaften der bekannten Größen vereinigt und persifliert. Updates am Wochenende, manchmal ein Mal, manchmal zwei Mal.

13.) Unspeakable Vault (Of Doom), farbiger 3-Panel-Strip, dessen Autor eventuell aus Munchkin bekannt ist. Lustige Geschichtchen aus dem Lovecraft-Mythos. Grund für die Liste: Iä, Iä! Keine fortlaufende Story, updates sporadisch.

14.) Errant Story, schwarz-weißer Strip mit variabler Panelanzahl, Mangastyle. Interessanter Zeichenstil und teilweise derber Humor, handelt von einer pubertierende Halbelfe namens ‚Meji, entwickelt sich von einem anfänglichen High-School- / Magical-Girl-Manga in eine echte Fantasystory mit Tiefgang. Updates Montags, Mittwochs und Freitags.

15.) WTF Comics, ein Everquest-Comic, farbig, mit zumeist vier bis sechs Panels. Auch verständlich für Leute, die nie Everquest gespielt haben (so wie mich ^^), und daher auf der Liste, nebst interessanter Story. Dieselbe handelt von ‚Anna‘, einer elfische Druidin, die allerlei Abenteuer erlebt und ist fortlaufend. Updates selten.

16.) Everything Jake, teils farbig, teils schwarz-weiß, auf der Liste eigentlich nur noch, weil die Story so far gut ist. Anfänglich eine High-School- bzw. College-Story, wird daraus schnell eine modern Fantasy, als der Held ‚Jake‘ entdeckt, dass er telekinetische Kräfte hat, und dabei feststellt, dass ihn auf allen Seiten Intrigen umgeben. Updates leider so gut wie gar nicht mehr.