A current obsession

Er schreckte hoch, schweißgebadet und starrte in die Dunkelheit. Schwer atmend war es ihm unmöglich zu sagen, ob es ein Traum oder Alptraum gewesen war, der ihn mitten in der Nacht geweckt hatte. Dieser Traum war aus mehreren Gründen ungewöhnlich gewesen.
Zum Einen konnte er sich mit völliger Klarheit daran erinnern, selbst an kleinste Details, zum Andern war der Traum nicht unzusammenhängend und verworren, sondern vielmehr wie eine Szene aus dem wirklichen Leben gewesen.
Kopfschüttelnd fiel ihm der alte griechische Spruch von den Toren aus Elfenbein und Horn ein und er fragte sich, ob das ein ‚wahrer‘ Traum gewesen war.
Er erinnerte sich daran, mit einem Manuskript vor einem Herausgeber gestanden zu haben und dass dieser ihn um eine Lesung gebeten hatte. Das Buch, das er vorstellen wollte, war ein Episodenroman, dessen Episoden wiederum in kleinere Kurzgeschichten unterteilt waren. Er erinnerte sich daran, wie er über seine eigenen Worte gestolpert war, bis ihm allmählich dämmerte, warum er tatsächlich so schlecht vorlesen konnte: Der Inhalt der Geschichte war ein Plagiat, unvertraut und unprozessiert. Das steigende Entsetzen war es gewesen, das ihn schließlich aus dem Schlaf gerissen hatte, aber er konnte sich sogar an den genauen Wortlaut der Geschichte erinnern, die … in seinem Unterbewusstsein gewachsen war?
Dann, als er nach seinem Notizblock griff, um die Worte aufzuschreiben, ging ihm auf, dass es tatsächlich ein Alptraum gewesen sein musste: Im gleichen Moment als er den Stift ergriff, vergaß er nicht nur den Wortlaut, sondern auch Inhalt und Thema der Geschichte.

Dies ist eine wahre Geschichte. Fürchterlicher Alptraum, aber das hat mir mehrere Dinge klar gemacht:

A) Mein Unterbewusstsein scheint sich mit der Hegemann zu beschäftigen (sagt zumindest mein laienhaftes Traumdeuten)

und

B) Plagiate sind nichts. Plagiate sind weniger als nichts. Dass Plagiate überhaupt in dieser Form publiziert werden können und nicht sofort nach Bekanntwerden vom Markt genommen werden ist ein Armutszeugnis. Mit dem geistigen Werk eines Anderen Geld zu verdienen ist zwar scheinbar Gang und Gäbe, aber nichtsdestotrotz moralisch auf der gleichen Stufe wie Kaugummis unter Stühle zu kleben und kleine Hunde zu treten.

Das ist natürlich keine neue Erkenntnis, aber, konfrontiert mit dem Thema musste ich mir zunächst mal eine vollständige Meinung bilden. Und natürlich diese via der bequemen Publikationsplattform Internet und wordpress an alle mehr oder minder Interessierte kommunizieren. You’re welcome.

Was offen geblieben ist, ist die Frage wo in meinem Unterbewusstsein diese Geschichte steckt. Tatsächlich erinnere ich mich nämlich nicht nur daran, den Auszug der Lesung zu kennen sondern mehrere der Episoden. ARRRGH!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s