Jugendgefährdung durch Rollenspiel

Nachdem ich vor kurzem einen Artikel über einen Film aus der Frühzeit der schauspielerischen Karriere von Tom Hanks las (ich weiß leider nicht mehr wo, wenn das der Autor zufällig liest: melde dich und ich füg einen Link ein), fiel mir auf, wie sehr die Debatte aus den 80er / 90er Jahren über die Jugendgefährdung durch Rollenspiele derjenigen aus den 90ern zum Thema Jugendgefährdung durch Actionfilme und der heutigen zum Thema Jugendgefährdung durch Computerspiele ähnelt. History repeating. Wenn man allerdings beachtet, wie schön diese beiden früheren Debatten im Sand verlaufen sind, bleibt ja zu hoffen, was das Schicksal der Computerspiele angeht.

Die ‚Experten‘ zum Thema Rollenspiele damals scheinen nämlich ziemlich ähnlich einseitig zu berichten wie heute zu Gewalt in Computerspielen berichtet wird.
Es berichten übrigens nun auch Printmedien wie die Süddeutsche Zeitung über das kurze aber nett richtigstellende Video.

Im Folgenden ein schönes Beispiel, wie der bekannte Autor Michael A. Stackpole die an den Haaren herbeigezogenen ‚Fakten‘ der selbsternannten Expertin in Sachen Rollenspiel und Satanismus systematisch auseinandernimmt.

Der Name des Tom Hanks Films war übrigens Mazes & Monsters und gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Wen überraschts, wenn schon die beiden ‚echten‘ Dungeons & Dragons Filme so boshaft schlecht waren, dass man Lust bekommt, den Regisseur wegen seelischer Grausamkeit zu verklagen? ;)

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Webcomics

Spiegel Online berichtete vor kurzem (am 13. November) über die neuen Hoffnungsträger im Bereich der Comics. Viele werden allerdings wissen, dass Webcomics an sich schon sehr lange existieren und ich will heute ein paar meiner ständigen Bookmarks vorstellen. Format ist Name / Link, Beschreibung, Begründung und Inhalt, wöchentliche Updates. Die Liste ist in keiner besonderen Reihenfolge aufgestellt.

1.) Sinfest, ein 4-Panel Comicstrip. Auf der Liste aufgrund des Charmes, seltsamer Kommentare des Autors (in jedem Strip oben rechts zu finden) und allgemeinem Humor. Handelt vom Haupthelden ‚Slick‘, der vergeblich versucht, sich in der Welt zurechtzufinden und seine Angebetete ‚Monique‘ herumzukriegen. Die Story ist eher lose, wenn man denn von einer sprechen möchte, aber es finden sich wiederkehrende Themes. Update in der Regel täglich, Sonntags ein großformatiger Farbstrip.

2.) Applegeeks und Applegeeks Lite, 6 Panels farbig, bzw 4 Panels schwarz-weiß. Mac-Humor und abgedrehteres mit loser Storyline. Interessanter Zeichenstil und angewandtes Photoshopping machen den Comic für mich interessant. Handlung dreht sich um das Alter Ego des Autors ‚Hawk‘, ein Applegeek, und dessen Freundeskreis. Eher lose Story. Updates … ungeklärt, aber es gibt einen RSS-Feed und die Updates sind relativ regelmäßig ca. zwei Mal pro Woche.

3.) PVP, ein 4-Panel-Strip mit gelegentlichen Farbseiten. Handelt von der Redaktion des Spiele-Magazins PVP (Player versus Player) und ist ein echter Oldtimer (gestartet im Mai 1998). Auf der Liste wegen Spielebezug und freundlichem Humor. Die Story ist lose, Updates sind täglich.

4.) Penny Arcade, verschiedene Panelanzahlen, bis auf wenige Ausnahmen vollfarbig. Auf der Liste wegen genereller Schräghaltung der Witze und einer eloquenten Kolumne auf der Frontpage, trotz gelegentlicher Arroganzausrutscher und boshaftem Humor. Keine generelle Handlung, es geht um die Hauptfiguren Gabe und Tycho, Gamerhumor. Updates ca. zwei bis drei Mal wöchentlich.

5.) MegaTokyo, großformatiger Strip mit variabler Panelanzahl, schwarz-weiss, Mangastyle. Aus keinem besonderen Grund (mehr) auf der Liste, außer dass die Story irgendwann mal gefesselt hat. Es geht um Piro und Largo, zwei Gamer, die in Tokyo stranden und sich dort zurechtfinden. Durchaus lesenswert, Updates ca. zwei Mal wöchentlich.

6.) Misfile, großformatiger Strip mit variabler Panelanzahl, schwarz-weiss, Mangastyle. (Irgendwoher kenne ich diesen Satz) Auf der Liste wegen interessanter sexueller Anspielungen, ohne jemals tatsächlich darauf einzugehen. Handelt von den beiden Hauptpersonen ‚Ash‘, der sich eines Tages aufgrund einer falsch eingeordneten Akte im Himmel als Mädchen wiederfindet, und ‚Emily‘, die plötzlich aufgrund des gleichen Aktenfehlers ein Jahr jünger ist und nun mit Ash einen Jahrgang teilt. Die beiden lernen den Engel Rumisiel kennen, der für ihre Misere verantwortlich ist. Fortlaufende Story, Updates täglich von Montag bis Freitag.

7.) Ctrl+Alt+Del, farbiger 4-Panel-Strip, Gamerhumor. Auf der Liste wegen dem generellen Unterhaltungsfaktor. Hauptfiguren sind ‚Ethan‘ und ‚Lucas‘, zwei Freunde, die in einer Art Gamer-WG leben. Ohne besondere Story, Updates Montags, Mittwochs, Freitags und Samstags.

8.) Commissioned farbiger Strip mit variabler Panelanzahl von einem Auftragskünstler und Zeichenlehrer aus Kolumbien namens ‚O‘ (Abkürzung für ‚Obsidian‘). Auf der Liste, weil mir der Zeichenstil gefällt, weil es regelmäßige Videos zu den Zeichnungen gibt und weil der Humor mich anspricht. Keine besondere Story, aber wiederkehrende Themes, Updates täglich.

9.) Irregular Webcomic, weniger ein Comic als eine Collage aus Legofiguren, in vier Panels angeordnet. Macher ist ein Physiker und Rollenspieler aus Australien, auf der Liste wegen schrägem Humor und Charme. Es existieren mehrere Themes mit fortlaufender Story, die zumeist bekannte Themen persiflieren, z.B. Indiana Jones, der zu Montana Jones wird und eine unfähige Version des Originals darstellt. Updates täglich.

10.) Order of the Stick, ein farbiger Strip mit hoher Panelanzahl (meistens zehn und mehr). Auf der Liste wegen Rollenspieler-Insiderwitzen und RPG-Metahumor, sowie distinktivem, aber puritanischem Zeichenstil (Stick Figures). Fortlaufende Story um eine D&D-Abenteurergruppe, die einen Lich aufhalten wollen / sollen. Updates drei Mal wöchentlich

11.) Something Positive, farbiger 4-Panel-Strip um den Theaterdarsteller ‚Davan‘ und seinen Freundeskreis. Auf der Liste wegen zynischem Humor, der exakt meinen Geschmack trifft. Fortlaufende, aber lose Story, Updates nach Aussage der Seite: five days a week, seven days a week, A LOT!

12.) The noob, großformatiger, farbiger Strip mit variabler Panelanzahl, MMORPG Humor, der zum Teil auch für Außenstehende verständlich ist und aus genau diesem Grund auf der Liste. Grauenhafter Zeichenstil, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Story dreht sich um den Charakter ‚Ohforf‘ (Kurz für Oh for fucks sake, mehr hat allerdings nicht in die Namenszeile gepasst) in dem Online-Rollenspiel Clichéquest, das alle Eigenschaften der bekannten Größen vereinigt und persifliert. Updates am Wochenende, manchmal ein Mal, manchmal zwei Mal.

13.) Unspeakable Vault (Of Doom), farbiger 3-Panel-Strip, dessen Autor eventuell aus Munchkin bekannt ist. Lustige Geschichtchen aus dem Lovecraft-Mythos. Grund für die Liste: Iä, Iä! Keine fortlaufende Story, updates sporadisch.

14.) Errant Story, schwarz-weißer Strip mit variabler Panelanzahl, Mangastyle. Interessanter Zeichenstil und teilweise derber Humor, handelt von einer pubertierende Halbelfe namens ‚Meji, entwickelt sich von einem anfänglichen High-School- / Magical-Girl-Manga in eine echte Fantasystory mit Tiefgang. Updates Montags, Mittwochs und Freitags.

15.) WTF Comics, ein Everquest-Comic, farbig, mit zumeist vier bis sechs Panels. Auch verständlich für Leute, die nie Everquest gespielt haben (so wie mich ^^), und daher auf der Liste, nebst interessanter Story. Dieselbe handelt von ‚Anna‘, einer elfische Druidin, die allerlei Abenteuer erlebt und ist fortlaufend. Updates selten.

16.) Everything Jake, teils farbig, teils schwarz-weiß, auf der Liste eigentlich nur noch, weil die Story so far gut ist. Anfänglich eine High-School- bzw. College-Story, wird daraus schnell eine modern Fantasy, als der Held ‚Jake‘ entdeckt, dass er telekinetische Kräfte hat, und dabei feststellt, dass ihn auf allen Seiten Intrigen umgeben. Updates leider so gut wie gar nicht mehr.

Ein kleinerer Umbau

Nachdem ich es mir hier bei WordPress so ein bisschen bequem gemacht habe, hab ich mich heut mal ein bisschen mit dem Layout beschäftigt und es meinen Bedürfnissen angepasst.

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, außer vielleicht dem Wort zum Montag: Warum eigentlich ist Windows Vista zwar in der Lage, ‚online nach Problemlösungen‘ zu suchen, nicht aber, das Ergebnis dieser Suche mitzuteilen (oder auch nur, dass es kein Ergebnis gab)? Und warum ist Vista nicht abwärtskompatibel zu den alten Hilfedateien?

Fragen über Fragen, die nur die Gottheit der Betriebssysteme beantworten kann, dies aber nicht tut, da sie nicht angebetet sondern hauptsächlich verflucht wird.

SR4 … again!

Catalyst Game Labs erfreut mit der Planung für’s nächste Jahr.

In dieser Reihenfolge:

1.) Corporate Enclaves als PDF nächste Woche, als Buch Anfang Januar

2.) Arsenal: Waffen, Fahrzeuge, Drogen als Hardcover im frühen 2008 (Ende Februar, Anfang März ist meine Schätzung)

3.) Ein Kampagnenbuch namens ‚Ghost Cartel‘ irgendwann danach.

4.) Unwired, das Matrixbuch nach Ghost Cartel

So weit, so bekannt, für mich persönlich interessant wird es ab hier:

5.) Feral Cities, ein Buch über Städte mit zusammengebrochener Infrastruktur und Verwaltung

6.) Ein Kompendium! Wird auch Zeit, aber nichts neues, irgendwie ;)

7.) Vage Andeutungen auf ein Buch, das sich mit Syndikaten und kriminellen Organisationen beschäftigen soll … Quasi ein Update zum Underworld Sourcebook.

Summa summarum: Vom Feral Cities abgesehen gibt es scheinbar nicht viele neue Konzepte. Schade, aber erwartungsgemäß.

So langsam könnte mal eine Entscheidung über den deutschen Publisher fallen, finde ich.

I’ve had the Time of my Life

Ist es eigentlich schlechter Stil, alte Charaktere des Spielleiters in neue Connections für neue Charaktere der Spieler zu verwandeln? Oder gar, sie sich selbst als Connection aufzuschreiben?

Unter der Voraussetzung, dass man sie wirklich so gut wie gar nicht mehr im Spiel verwendet, bin ich der Meinung, dass es das nicht ist, wenn man einige Dinge beachtet:

1.) Die alten Charaktere nicht als Antagonisten auftreten lassen

Ausnahme sind gelegentliche verbalen Auseinandersetzungen, die man ganz vorsichtig behandeln sollte, damit es nicht zu physischer Auseinandersetzung kommt. Abgelegte Charaktere sind meistens doch irgendwie … in zumindest einem Bereich sehr stark. Lässt man das in den Weg von Spielercharakteren kommen, kommt es viel zu schnell zu einer unschönen Steamrollingszene, die jeglichen Spaß tötet.

Viel schlimmer noch, wenn man unbewusst versucht, zu verhindern, dass der alte Liebling einen unschönen Abgang bereitet bekommt, wenn sich herausstellt, dass er doch gar nicht so überlegen war.

2.) Das Spiel darf sich nicht mehr um die Connections drehen als die tatsächlichen Charaktere.

Das bedeutet vor allem, dass die Spielercharaktere der Dreh- und Angelpunkt eines Abenteuers oder einer Kampagne sind. Nicht irgendwelche alten Lieblinge des Spielleiters. Die Bedürfnisse und Hintergründe der Spieler sind ultimativ wichtiger als alles, was die Connection in ihren alten Tagen erlebt haben mag. Ausnahme natürlich, wenn sich diese Bereiche überschneiden, dann kann man gar wundervoll reminiszieren ;)

3.) Alte Charaktere kennt man wie gut getragene Turnschuhe.

Das ist eigentlich gar kein Grund dagegen, sondern dafür, alte Charaktere zu verwenden.

Man kennt ihre Macken und Fähigkeiten, gerade, wenn man die Charaktere selbst gespielt, entworfen und verbessert hat. Man weiß, wie sie auf bestimmte Situationen reagieren werden, ohne dass man sich die Reaktion des neuen NPC auf etwas unerwartetes kurzfristig aus den Fingern saugen muss.

Kurz: alte Charaktere sind bequem.

Kommentare sind hier außerordentlich willkommen, denn mit Sicherheit entgehen mir Argumente für und wider ;)

No shit, Sherlock!

Pilsner Urquell propagiert den Alkoholgenuss auf eine für mich außerordentlich ansprechende Art und Weise.

No Bullshit ist genau das, was ich mir für Werbung wünsche.

Ich will nicht das fünfzehnte Bier, das mit Limone, Avocado, Bio oder Guano gewürzt ist, sondern einfach nur Bier.

Wäre schön, wenn sich mehr Anbieter auch anderer Lebensbereiche die Weisheit, dass weniger manchmal eben doch mehr ist, vor Augen hielten.